Kleine Teilchen, große Fragen
Auftakt-Exkursion unserer MINT-AGs zum Thema Mikroplastik
Am Freitag, den 21. November, machten sich die drei MINT-AGs A, B und C auf den Weg nach Heilbronn zur Experimenta, dem Bildungspartner der MER. Für die Schülerinnen und Schüler war es der Auftakt ins neue MINT-Projektjahr: Jede AG widmet sich einem eigenen Umweltprojekt – von einem nachhaltigen Waschmittel über einen alternativen Treibstoff aus Algen bis hin zu einer Mooswand, die später einmal die Luft filtern soll.
Alle drei MINT-Projekte setzen ihren Fokus darauf, unsere Umwelt besser zu verstehen und zu schützen. Genau daran knüpfte der Kurs zum Mikroplastik an. In einem theoretischen Einstieg erhielten die Schülerinnen und Schüler zunächst einen verständlichen Überblick: Was macht Plastik chemisch aus? Wie entstehen Mikroplastikpartikel – und ab welcher Größe spricht man überhaupt davon? Die Experten der Experimenta zeigten, dass Teilchen unter 0,1 Mikrometer für das Auge unsichtbar werden und nur noch mithilfe spezieller Analyseverfahren nachgewiesen werden können.
Besonders eindrücklich waren die Zahlen zur Lebensdauer von Plastik im Wasser: Eine Flasche bleibt rund 450 Jahre erhalten, selbst eine einfache Plastiktüte noch 10 bis 20 Jahre. Schnell wurde klar, woher das meiste Mikroplastik stammt – über ein Drittel entsteht durch Reifen- und Straßenabrieb, gefolgt von falsch entsorgtem Abfall. Auch Kosmetik, Sportplätze und selbst unsere Schuhsohlen tragen dazu bei. Durch Meeresströmungen gelangen die Partikel inzwischen in alle Regionen der Erde – und sogar in uns: Etwa fünf Gramm Mikroplastik nehmen wir pro Woche auf, also rund vier Kreditkarten pro Monat.
Nach der theoretischen Einführung durften die Schülerinnen und Schüler an mehreren Stationen im Labor selbst Hand anlegen. Unter der Stereolupe untersuchten sie winzige Kunststofffasern und erhielten so einen ersten Eindruck davon, wie schwer Mikroplastik überhaupt zu erkennen ist. Danach wurde es praktischer – mit der Herstellung eines eigenen biologisch abbaubaren Einweggeschirrs als Alternative zu herkömmlichem Plastik. Im nächsten Schritt analysierten die Gruppen eine Strandprobe, in der Sand und Plastikpartikel voneinander getrennt werden mussten, bevor es an die Dichtebestimmung verschiedener Kunststoffe ging – ein klassisches Verfahren, um Materialien zu unterscheiden.
Zum Abschluss wartete ein echtes Highlight: das FT-IR-Spektrometer. Mit dessen Hilfe konnten die Schülerinnen und Schüler die Kunststoffarten eindeutig identifizieren – ein hochmodernes Analyseverfahren, das ihnen einen faszinierenden Einblick in die Welt der Materialforschung gab.
Der Kurs zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig und greifbar das Thema Mikroplastik ist. Vor allem aber bot er den Schülerinnen und Schülern die Chance, eigene Forschungserfahrungen zu sammeln – ein lehrreicher und motivierender Auftakt, der sie perfekt auf ihre kommenden MINT-Projekte einstimmt.

















