Auf den Schlachtfeldern von Verdun

„Auf den Schlachtfeldern von Verdun,
wachsen Leichen als Vermächtnis.
Täglich sagt der Chor der Toten:
‚Habt ein besseres Gedächtnis.‘“

Schon Erich Kästner setzte sich literarisch in „Verdun, viele Jahre später“ (1931) mit der „Urschlacht des Jahrhunderts“ (Olaf Jessen) auseinander. Noch heute, 110 Jahre nach den Kampfhandlungen, fällt es schwer, die Geschehnisse, die sich vor den Toren Verduns vom Februar bis zum Dezember 1916 abspielten, in Worte zu fassen und zu erklären. Wenn Worte an ihre Grenzen stoßen, bietet es sich an, das Klassenzimmer zu verlassen und Geschichte vor Ort zu erkunden.

Nachdem im vergangenen Schuljahr erstmals eine neunte Klasse nach Verdun gefahren war, nahmen in diesem Schuljahr alle neunten Klassen die Fahrt auf sich. Begleitet wurden sie von den Lehrkräften Frau Feil, Frau Reize, Herrn Schmid, Frau Spiller und Herrn Rodehau. Die Guides Pierre und Ursula führten uns drei Stunden über die Schlachtfelder. Dabei hatten wir die Möglichkeit, einen ehemaligen Schützengraben zu durchqueren, das Innere von Fort Douaumont zu besichtigen und im Beinhaus in einem Moment der Stille den 700 000 Toten zu gedenken, deren Gebeine sich zum Teil dort befinden.

Auch wenn der Erste Weltkrieg lange her ist und das Grauen und das Leiden von Verdun nie vollständig zu begreifen sein werden, hat uns die Fahrt verdeutlich, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist. Der „Chor der Toten“ mahnt uns, für Frieden, Völkerverständigung und Demokratie einzustehen.